Schamanische Märchen der neuen Zeit

Hat man dir in deiner Kindheit auch die klassischen Märchen erzählt, in denen es böse Hexen gab und hungrige Wölfe? In denen Prinzessinnen verwunschen oder über Nacht eingesperrt wurden, um Stroh zu Gold zu spinnen? Ich hatte vor diesen Märchen Angst, wollte sie nicht hören. Heute weiss ich, dass die Gebrüder Grimm mündlich überlieferte Märchen gesammelt hatten und aus Geschichten für Erwachsene Kindermärchen machten. So ist es zumindest überliefert. Wie ticken Menschen, die Kinder mit solchen Märchen in Angst und Schrecken versetzen oder sie desensibilisieren?

Im Winter 2018/19 wohnte ich im Haus meiner verstorbenen Grosseltern. Ich begab mich auf die Suche nach meinen verlorenen Wurzeln. Das, was in Familien erzählt wird, worüber gestritten wird, was Zwietracht säht, ist bekannt. Jeder kann und darf sich damit auseinandersetzen und seinen Weg finden, damit umzugehen. Doch da gibt sind auch noch die Familiengeheimnisse. Unausgesprochene Begebenheiten, die verdrängt und verschwiegen werden. Über Generationen hinweg. Sie belasten die Familienstrukturen. Besonders hochsensible Menschen spüren von Kindheit an, dass da „etwas nicht stimmt“. Oft beziehen sie dieses „nicht richtig sein“ auf sich selbst. Sie fühlen sich ausgeschlossen aus der Gemeinschaft der Familie, ohne genau zu wissen, warum.

Schwarzes Schaf der Familie?

Zeitreise in meine Vergangenheit.

Ich war so ein schwarzes Schaf der Familie. Im Winter 18/19 durfte ich das ganz bewusst wahrnehmen und fühlen. Um die Weihnachtszeit trafen sich alle noch lebenden Mitglieder meiner Ursprungsfamilie im Haus meiner Eltern. Mich, die ich im Nebenhaus wohnte, hatte niemand eingeladen. Ich verbrachte den heiligen Abend und die darauffolgenden Weihnachtstage alleine, nur wenige Meter neben der zusammensitzenden Familie.

In der Zeit fing ich nach dem Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron an, jeden Morgen 3 Seiten von Hand zu schreiben. Ich schrieb meinen Kopf frei. Ich schrieb meinen Schmerz von meiner Seele. Ich schrieb mich Seite für Seite frei. Nach 3 Wochen floss ein buntes Schaf aus meiner Feder. Es erzählte mir seine Geschichte. Es war ein fröhliches Schaf, das alleine über eine bunte Blumenwiese hüpfte. Es erzählte mir, dass es früher ein schwarzes Schaf gewesen sei. Fast jeden Morgen tauchte das bunte Schaf auf und erzählte mir weiter seine Geschichte. Ich schrieb wie in Trance. An manchen Tagen zeigte sich das Schaf nicht und ich liess die Seiten leer. An manchen Tagen schrieb ich mir meinen Schmerz von der Seele. Bis das Schaf wieder auftauchte und weiter erzählte.

Geschichten schreiben sich auf magische Art

Morgenseiten Schreiben hilft bei der Aufarbeitung.

Nach ein paar Wochen hatte ich die Geschichte vom bunten Schaf fertig niedergeschrieben. Es folgten noch drei weitere Geschichten. Die Geschichte eines Frosches, der vor einer großen Entscheidung stand. Die Geschichte einer Weinbergschnecke, die ich schon als Büchlein veröffentlicht habe. Die Geschichte eines vergessenen Tisches, zu der mich eine Waldviertlerin inspirierte, die alte Möbel aufarbeitet, um ihnen zu einem neuen Leben zu verhelfen.

Dann passierte sehr viel in meinem Leben. Ich liess meine Ursprungsfamilie hinter mir, folgte meinen ausgegrabenen Wurzeln nach Deutschland, beendete einen fast 3jährigen Rosenkrieg und begann mein neues Leben, mein eigentliches Leben. Jetzt, im Winter 21/22 rufen sich die Märchen in Erinnerung. Sie wollen in die Öffentlichkeit. Ich nutze Tage mit regnerischem Wetter und schlechter Internetverbindung dazu, die Geschichten in den Computer zu schreiben. Alles fügt sich ganz rasch, leicht und plötzlich.

Schamanische Märchen sind meine Antwort

Barfußlaufen erdet.

Seit dem Winter 18/19 fühle ich eine starke Verbundenheit mit Pachamama. Schamanische Methoden, instinktiv angewandt, haben mir geholfen, mich mit mir, mit meinen Wurzeln und mit meinen Ahnen zu verbinden. Seit dem spüre ich, dass meine Spirits mich begleiten, mich führen. Es gibt Dinge, die ich nicht sofort verstehe. Ich gebe mich hin, denn ich weiss, meine Spirits sind bei mir. Sie zeigen mir den Weg. Und manchmal treten sie mich auch unsanft ins Sitzfleisch, um mich auf meinen Weg zu bringen. Um mir meine Stärke zu zeigen und mich aufzufordern, meinen Weg weiter zu gehen.

Schamanin, was ist das?

Vor der Veröffentlichung suchte ich nach der „richtigen“ Bezeichnung. Sind meine Geschichten Märchen? Sind sie Erzählungen? Sind sie Essays? In die klassischen Kategorien passen sie nicht. Ich fragte mein Herz. Die Antwort ist: Schamanische Märchen der neuen Zeit. Meine Märchen sind für Kinder. Sie machen neugierig und ermutigen. Meine Märchen sind für Erwachsene, die mit ihrem Inneren Kind in Verbindung stehen. Mein Wunsch ist es, kindliche Neugierde und Lebensfreude zu wecken. Ich wünsche mir eine Welt, in der Kinder frei und in Liebe aufwachsen können, egal, wie alt sie schon sind. Erst wenn wir in einer Gemeinschaft leben, die Kindern die not-wendige Sicherheit gibt, um frei von Gewalt und Traumata aufzuwachsen, leben wir in einer friedlichen Welt.

Vor ein paar Monaten stellte ich mir die Frage, ob ich Schamanin sei. Im klassischen Sinne bin ich es nicht. Ich hatte bis jetzt wissentlich nur einen einzigen leibhaftigen schamanischen Lehrer. Er hat mich ermutigt, meinen eigenen Weg zu gehen. Er hat mir erzählt, dass es Schamaninnen gibt, die die traditionellen Schamanen, Männer, in Aufruhr bringen, weil ihre Methoden so gar nichts mit dem klassischen Schamenentum zu tun hätten. Es seien die Schamaninnen der neuen Zeit. Das nehme ich gerne für mich an. Ich danke meinem Lehrer für seine Worte.

Die neue Zeit lässt sich nicht mit alten Methoden aufbauen

Ich sehe uns in eine neue Zeit gehen. Es ist not-wendig, alte Strukturen, die uns nur da hin gebracht haben, wo wir jetzt stehen, hinter uns zu lassen. Neu zu denken. Neu zu handeln. Neu zu gestalten. Mögen meine Schamanischen Märchen der neuen Zeit ein Teil dieser neuen Zeit werden.
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Danke für die tolle Bettlektüre – also für mich war es das gestern zumindest!Toll, was der Frosch da alles erleben darf/muss/kann…
Ich hab soooo gut danach geschlafen – sogar meine Puls-Uhr war begeistert – keine Unterbrechungen des Schlafes, extrem gute HFV-Werte… 😉

Ernst W., Niederösterreich – Testleser

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