9. 12. 21 – #22 – Fremdworte

Wann sind Fremdworte fremd?
Bild von LionFive auf Pixabay Wann sind Fremdworte fremd?

Sam hat in der Vorwoche angekündigt, Fremdworte für uns vorzubereiten und sie hat ihre Hausaufgaben gemacht. Wir starten zügig in die erste Runde der „Heissen 5“ und knabbern an: Fraternisieren, Hedonismus, Utilitarismus, Malesche und obsolet. Bei Utilitarismus beginne ich zu straucheln, bei Malesche bin ich raus und obsolet lässt mich meinen Text wieder einfangen. Der Clubhouse-Raum „Schreib’ dich frei“ hat mit #22 ein neues Level erreicht. Wie reagierst du, wenn du ein Wort in einen Text einbauen sollst, das du nicht verstehst?

Die zweite Runde übernehme ich, ich hab mir ein paar österreichische Ausdrücke vorbereitet, die vielleicht noch in Süddeutschland bekannt sind? Ich weiß es nicht und lege los: Semmel, Kiebera, Ober, Kukuruz und Wuchtel. Sam hat Heimvorteil und doch macht sich bemerkbar, dass ich in Ostösterreich aufgewachsen bin, sie in Westösterreich. Wir haben Spaß.

Die dritte Runde übernimmt wieder Sam, sie hat noch ein paar Fremdworte im Talon. Mit Dilettant und Status Quo wiegt sie uns in Sicherheit, bevor sie über bilateral zu Radotieren und idiosynkratisch so richtig in Gas gibt. Wer jetzt noch Alltagsthemen im Kopf hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Wir tauchen ein in ein Gespräch über den Gebrauch der Fremdworte bevor wir den Raum schliessen.

2 Kommentare

  1. Der Raum gestern auf CH war wieder einmal herrlich. Und da ich diese (auch für mich) schwierigen Wörter nur rein geschmissen habe, wog ich mich in Sicherheit.
    Dann kam auch noch die Österreich-Runde, wo ich mich noch mehr in Sicherheit wiegte, doch da habe ich mich wohl getäuscht, denn beim letzen Wort habe ich voll versagt.

    Hier meine Geschichte
    Wie ich mich an die Zeit in Österreich gern zurück erinnere, wo an einem Samstag/Sonntag morgens frische Semmeln dom Bäcker geholt wurden.
    Einer besorgte die Semmeln und der andere deckte den Tisch.
    Damals war ich mit dem Semmeln abholen dran.
    FUCK – zu schnell!
    Die doofen Kiebera hatten mich erwischt.
    Was mache ich jetzt? Der Lappen ist weg. also geh ich in das nächstbeste Lokal und bestelle mir beim Ober einen Kakao und telefonierte, dass die Semmeln heute ausbleiben.
    Meine Begleitung holte mich ab und bei einem riesen grossen Maisfeld sagt er; “die Tirgn wachsen wieder mal gescheit”. Wir lachten und beschlossen ein paar Kukuruz zu klauen.
    Als wir zu Hause angekommen sind, servierte uns meine Mutter die selbstgemachte Buchteln und der Tag war gerechtet. (letztes Wort falsch verstanden. Gewusst hätte ich es trotzdem nicht (Zwinker)

  2. Dilettanten sind zu Unrecht in der Kritik. Man muss manchmal etwas richtig versemmeln, um daraus zu lernen. Niemand, wirklich niemand, ist von vornherein perfekt. Perfekt, das heißt auf deutsch abgeschlossen, nicht mehr änderbar. Ein ewiger Status quo also, und ist der wirklich wünschenswert?
    Schöner ist es doch, wenn wir uns immer wieder überraschen lassen dürfen.

    Wenn wir uns mit jemandem beim Scheitern zusammentun, macht es noch mehr Spaß: Die bilaterale Bananenschale sozusagen, auf der es sich gemeinsam so gut rutscht. Und bevor man zusammen auf der Nase liegt, kann man mit elegantem Schwung noch in einer Pirouette radotieren.

    Letzten Endes sind es immer nur die kreativen Scheiterer, die uns wirklich weiterbringen, nicht die Zuschauer am Rande, die im nachhinein idiosynkratisch alles schon vorher besser gewusst haben.

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