Ich nenne es Schwurbelsprech – Toxische Muster

mit Margot Dimi

Ich nenne es Schwurbelsprech – Toxische Muster

2. Februar 2022 Toxische Muster 0
Schwurbelsprech soll dich verwirren.
Schwurbelsprech soll dich verwirren. Bild von athree23 auf Pixabay

Bevor der Begriff Schwurbler en vogue wurde, definierte ich eines der toxischen Muster, mit denen ich reichlich Erfahrung sammeln durfte, für mich als „Schwurbelsprech“. 

Es beginnt ganz harmlos. Dein Gegenüber erzählt dir etwas und du hörst nur beiläufig zu. Du nimmst ein paar Schlüsselworte wahr und baust dir deine Wahrnehmung zusammen. Das passiert nicht, wenn du ein intensives Gespräch führst, doch es passiert ganz gerne bei sogenannten Alltagsgesprächen, in der Kaffeeküche, neben der Hausarbeit. Erst, wenn du dich konzentriert auf ein Gespräch einlässt, fällt dir auf, dass es deinem Gegenüber gelingt, sich in einem einzigen Satz selbst zu widersprechen. Hoppla?

Schwurbelsprech ist ein toxisches Muster

Das ist ein toxisches Muster mit der Intention, das Gegenüber zu verwirren. Im Alltagsgespräch nimmst du die Variante wahr, die dir näher liegt und baust daraus einen sinnvollen Gesprächsverlauf zusammen. Das ist ein natürlicher Filter. Später wirft dir der Schwurbelsprecher jedoch gekonnt um die Ohren, dass er ja das genaue Gegenteil gesagt hätte und du wieder einmal nicht aufgepasst hättest. Genau genommen hat er damit ja auch irgendwie recht. Du jedoch auch. Denn der Schwurbelsprecher hat beides gesagt und vielleicht noch ein paar Möglichkeiten mehr.

Eine weitere Variante von Schwurbelsprech ist, dass so viel so schnell und so durcheinander geredet wird, dass du Mühe hast, dem „Gespräch“ überhaupt zu folgen. Dein Gehirn ist so damit beschäftigt, den Wortsalat zu entwirren, dass du gar keine Möglichkeit hast, mitzureden. Wirft der toxische Gesprächspartner auch noch ein paar Fremdworte ein, wirkt er bei unachtsamem Zuhören auch noch sehr gebildet. Fragst du in einem Gespräch bei jedem Fremdwort nach, das du nicht kennst? Auch dieses toxische Gesprächsmuster wird ganz gezielt eingesetzt. Deine Mitsprache ist gar nicht erwünscht. „Wortsalat“ ist übrigens auch der Fachbegriff in der Psychologie.

Worte erfinden als Verwirrungstaktik

Wortschöpfungen sind eine weitere Spezialität der Schwurbelsprecher. Mache nicht den Fehler, nachzufragen, was dieses Wort denn bedeuten würde. Denn dann wirst du in weiteren Wortsalat eingewickelt und stehst am Ende als vermeintlicher Blödmann da, weil du das „Fachwort“ nicht kennst.

Wenn du die Möglichkeit hast, diesen Schwurbelsprechern auszuweichen, tu es! Jeder Versuch, mit diesen Menschen in ein vernünftiges Gespräch zu kommen, ist pure Zeitverschwendung. Hast du beruflich mit einem Schwurbelsprecher zu tun, hilft wohl nur, die zwingend notwendige Kommunikation schriftlich abzufassen und vielleicht auch gegenzeichnen zu lassen. Es geht da um deine Glaubwürdigkeit und auch um Beweisbarkeit, sollte dich der Schwurbelsprecher aus deinem Job mobben wollen. Ist der Schwurbelsprecher dein Vorgesetzter, ziehe einen Jobwechsel in Erwägung. 

Worst Case Ehe mit einem Schwurbelsprecher

Kommst du, wie ich, eines Tages zu der Erkenntnis, dass du einen Schwurbelsprecher geheiratet hast, überlege dir, ob du so tief und fest in dir verankert bist, dass du dein Leben neben dieser Person weiterführen kannst und willst. Ein konstruktives Miteinander und ein partnerschaftliches aufeinander Verlassen ist unmöglich. Überlege dir, ob es nicht doch die bessere Lösung ist, diese Ehe zu beenden. Suche dir dazu rechtlichen Beistand einer Person, die mit diesem Typ Mensch vertraut ist. Das reduziert den Erklärungsaufwand und zu bezahlende Arbeitsstunden beträchtlich. Für Menschen, die das toxische Muster noch nie bewusst wahrgenommen haben, ist es unverständlich, wie jemand solchen Wortsalat von sich geben kann.

Vielleicht hast du gerade den Gedanken, dass sich solche Menschen auch in öffentlichen Ämtern wiederfinden könnten? Nun, meine Erfahrung ist, dass manche Schwurbelsprecher sich selbst sehr gerne reden hören. Was eignet sich also besser als ein öffentliches Amt, um regelmässig vor Publikum sprechen zu können …?

Anmerkung: Was bezeichne ich als „toxisch“?

 

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